Tourbillon n.

Vorrichtung, mit der Gangabweichungen in den senkrechten Lagen ausgeglichen werden. Diese Gangabweichung sind vor allem auf die Unwucht der Unruh und der Spirale zurückzuführen. Die Vorrichtung hält den Schwerpunkt des Unruh-Spiralfeder-Systems während den Schwingungen im Drehpunkt, indem sie es um sich selbst drehen lässt.

Ein bewegliches Drehgestell trägt: 1. die Hemmung und ihr Rad; 2. die Unruh und ihre Spirale. Dieses Gestell wird meistens koaxial auf der Welle des Sekundentriebs befestigt, die seine Drehung bewirkt. Dafür treibt diese Triebwelle das Sekundenrad nicht an. Dieses ist in seiner Mitte ausgespart, abgetrennt und auf der Werkplatte koaxial zur Gestellachse befestigt. Das auf dem drehenden Gestell befestigte Hemmungstrieb ist mit dem festen Sekundenrad im Eingriff und dreht sich um dieses. Das Hemmungstrieb vollführt eine Umdrehung um das Sekundenrad, während es sich um die eigene Achse dreht. 

Abraham-Louis Breguet ersann diesen Mechanismus, der es dem Hemmungs-Unruh-System erlaubt, jede mögliche Lage einzunehmen. Das Drehgestell legt in der Regel eine Umdrehung pro Minute zurück. Seither wurden unzählige Tourbillons entworfen, die sich in der Dauer für eine Umdrehung unterscheiden: Sie reicht von einigen Sekunden bis zu mehreren Minuten. Die Tourbillonhemmung gibt es in verschiedenen Ausführungen, z.B. Tourbillon mit Ankerhemmung oder mit Chronometerhemmung. Auch das Karussell ist ein Reguliersystem mit Drehgestell, unterscheidet sich jedoch vom Tourbillon. Siehe Karussell 556.

fliegendes Tourbillon: Im Gegensatz zum üblichen, zwischen zwei Brücken eingebauten Tourbillon (grössere Stabilität) ist dieses Tourbillon nur an einem Punkt befestigt, was eine extrem präzise Konstruktion erforderlich macht, um das Gleichgewicht der gesamten Anordnung zu gewährleisten. Es wurde 1920 vom Deutschen Alfred Helwig (1886-1974) ersonnen, der an der Uhrmacherschule Glashütte unterrichtete.

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