System der Zeitteilung in Abhängigkeit von der Drehung der Erde um die Sonne oder des Mondes um die Erde. Mit anderen Worten handelt es sich um die Gesamtheit der Vereinbarungen, um das Kalenderjahr mit dem tropischen Jahr in Übereinstimmung zu bringen und die Unterteilungen wie Monate, Wochen, Tage festzusetzen. Oft werden die religiösen Feste, die Mondphasen (oder Mondumläufe) und die Jahreszeiten hinzugefügt. Im Laufe der Jahrhunderte wurden die Kalender verschiedener Völker entsprechend ihrer Kenntnis der Dauer des Jahres von 365,2422 Tagen oder 365 Tagen 5 h 48 min 45 s umgestaltet. Die wichtigsten Kalender können in drei Klassen gegliedert werden: Mondkalender, die auf den Mondphasen beruhen, wie z.B. der muslimische oder alte griechische Kalender; Lunisolarkalender, die auf diesen Phasen und auf dem Jahreslauf der Sonne beruhen, wie z.B. der babylonische, der jüdische (oder hebräische), der hinduistische, der buddhistische, der tibetanische, der chinesische oder der japanische Kalender; und Solarkalender, wie z.B. der bengalische, der Berber-, der koptische, der äthiopische, der persische, der aztekische (mit einem Venuskalender von 524 Tagen), der byzantinische, der etruskische oder der Freimaurer-Kalender. Die wichtigsten sind:
ägyptischer Kalender: 4236 v. Chr. Er hatte ein Jahr von 360 Tagen und war in 12 Monate zu 30 Tagen unterteilt, zu denen man fünf zusätzliche Tage hinzufügte. Somit hatte das Jahr 365 Tage und war um ungefähr ¼ Tag zu kurz. Es blieb jedoch beim Jahr mit 365 ganzen Tagen. Dadurch ergab sich alle vier Jahre eine Abweichung um einen Tag, alle 120 Jahre um einen Monat und alle 1460 Jahre um ein Jahr, sodass man nach 730 Jahren mitten im Winter eine Hitzewelle hatte und die Ernten einfuhr. Deshalb handelte es sich um einen ungenauen Kalender. Der Pharao Ptolemaios III. Euergetes führte ca. 240 v. Chr. ein Schaltjahr ein, allerdings mit wenig Erfolg. Trotz seiner Ungenauigkeiten wurde dieser Kalender länger als jeder andere verwendet und diente vielen späteren Kalendern als Inspiration: dem julianischen, dem republikanischen, dem koptischen oder dem äthiopischen Kalender.
julianischer Kalender: 46 v. Chr. setze Julius Cäsar die Jahreslänge auf 365,25 Tage fest und fügte, gestützt auf die Angaben von Sosigenes, dem Astronomen von Alexandrien, alle vier Jahre ein Schaltjahr von 366 Tagen ein. Diese Reform trat im Jahr 45 v. Chr. in Kraft. Jenes Jahr zählte 445 Tage, d.h. 80 Tage mehr, sodass es mit den Tagundnachtgleichen zusammenfiel. Seine Anwendung verwirrte die Römer so sehr, dass es unter der Bezeichnung verworrenes Jahr in die Geschichte einging. Im Jahr 325 wurde der julianische Kalender von der Kirche übernommen. Es verblieb jedoch ein geringer Fehler, eine Verspätung von 0,0078 Tagen oder 11 min 14 s pro Jahr.
gregorianischer Kalender: 1582 korrigierte Papst Gregor XIII. diesen Fehler, indem er das Schaltjahr alle 100 Jahre – mit Ausnahme der durch 400 teilbaren Säkularjahre – ausfallen liess. So waren 1700, 1800 und 1900 keine Schaltjahre, wie auch 2100 und 2200 keine sein werden, hingegen waren es 1600 und 2000 und werden es 2400 und 2800 sein. So bleibt nur noch eine ganz kleine Abweichung in der Grössenordnung von 26 Sekunden pro Jahr oder von einem Tag in 3320 Jahren. Dies wird im Jahr 4902 der Fall sein. Um das Gleichgewicht wiederherzustellen, wird also im Jahr 4904 wahrscheinlich der eigentlich vorgesehene Schalttag ausfallen müssen. Der gregorianische Kalender wurde von den katholischen Ländern 1582, von den protestantischen Ländern Deutschland und Dänemark 1700, von Grossbritannien und seinen Kolonien (somit auch den Vereinigten Staaten von Amerika) 1752, von Schweden 1753, von Japan 1873, von China 1912, von Russland 1940 und von den übrigen christlich-orthodoxen Ländern Europas 1924 bzw. 1927 eingeführt.
Reform des gregorianischen Kalenders: Der gregorianische Kalender weist Nachteile auf: Er ist nicht ewig, der Jahresbeginn fällt nicht immer auf den gleichen Wochentag; seine Monate sind nicht gleich lang und dasselbe gilt für die Quartale und Halbjahre. 1834 schlug der italienische Priester Marco Mastrofini einen ewigen gregorianischen Kalender vor, hatte damit aber keinen Erfolg.
republikanischer Kalender: Er wurde von Frankreich 1793 eingeführt und begann rückwirkend am Tag der Ausrufung der Republik, am 22. September 1792. Das Jahr zählte 12 Monate zu 30 Tagen und jeder Monat wurde in 3 Dekaden von 10 Tagen eingeteilt. Die Monate wurden nach klimatischen oder jahreszeitlichen Phänomen benannt: Germinal, Floréal, Prairial für den Frühling, Messidor, Thermidor, Fructidor für den Sommer, Vendémiaire, Brumaire, Frimaire für den Herbst, Nivôse, Pluviôse, Ventôse für den Winter. Jeder Monat war in drei Perioden zu zehn Tagen unterteilt: Primidi, Duodi, Tridi, Quartidi, Quintidi, Sextidi, Septidi, Octidi, Nonidi, Décadi. Hinzu kamen fünf oder sechs Übergangstage am Jahresende zur Annäherung an das tropische Jahr. Da dieser Kalender gegen das Gewicht der Traditionen nicht aufkommen konnte, verblasste er im Gleichzug mit der Republik und am 1. Januar 1806 kehrte man wieder zum gregorianischen Kalender zurück.
Kirchenjahr: siehe Computus 770.
elektronischer Kalender: siehe Datum 2789.
mechanischer Kalender: Kalender, dessen Anzeigeelemente (Scheiben oder Zeiger) durch rein mechanische Mittel wie Räder, Kurvenscheiben, Hebel usw. angetrieben werden.
mechanischer Jahreskalender: zeigt das Datum und den Monat an, indem automatisch von Monaten mit 30 Tagen zu Monaten mit 31 Tagen übergegangen wird und umgekehrt. Nur einmal jährlich ist eine Korrektur erforderlich: für den Sprung vom 28. oder 29. Februar zum 1. März, je nachdem, ob es sich um ein Schaltjahr handelt oder nicht.
mehrsprachiger Kalender: Vorrichtung zur Anzeige der Wochentage oder Monate (oder ihrer Abkürzungen) in mehreren Sprachen. Bei Fensteranzeige erscheint die gewählte Sprache ständig. Syn. o. sinnverw.: Tages- oder Monatsscheibe oder -anzeige. 
ewiger, Jahrhundert-, halb-ewiger Kalender: siehe Datum 2789.
Kalenderuhr: siehe Datum 2789.