I. In der Uhrenindustrie wurde dieser Begriff verwendet, um die Anordnung der verschiedenen Werkteile (Säulen, Räder, Federhaus) zu bezeichnen. (Henry Sully, 1715). In der Folge wurde dieser Begriff verwendet, um die Form des Werkes, der Brücken, den Ursprung der Uhr oder den Namen ihres Erbauers zu bezeichnen.
Lépine-Kaliber: bezeichnet bei der Taschenuhr eine Konstruktion mit dem Sekundenzeiger auf der Achse der Aufzugswelle. Siehe Lépine-Gehäuse 397.
Savonnette-Kaliber: im Gegensatz zum Lépine-Kaliber Taschenuhr, bei welcher der Sekundenzeiger rechtwinklig zur Aufzugswelle angeordnet ist. Siehe Savonnette-Gehäuse, Uhrgehäuse 397.
Anordnung der Brücken: Am verbreitetsten ist das runde Kaliber. Der Gehäuse-Passungsdurchmesser wird in der Regel in Linien angegeben, wobei 10½''' einem Durchmesser von 23,7 mm entsprechen.
Je nach Anordnung der Brücken unterscheidet man:
1. Kaliber mit Brücken, bei dem jedes Organ seine Brücke hat.
2. Revolverkaliber, bei dem die Federhausbrücke in ihrer Form an einen Revolver erinnert.
3. Kaliber mit schlangenförmigen oder strahlenförmigen Brücken, bei dem die Brücken eine nach der Werkmitte gerichtete Rundung aufweisen
4. Kaliber Dreiviertel-Brücke, bei dem alle Organe mit Ausnahme des Hemmungsrades unter einer Brücke eingesetzt sind, die ungefähr ¾ der Werkoberfläche überdeckt.
Formkaliber: alle Werkformen mit Ausnahme der runden. Man unterscheidet:
1. Ovales Kaliber.
2. Rechteckiges Kaliber mit abgeschnittenen Ecken.
3. Tonnenförmiges Kaliber.
4. Stabförmiges Kaliber: längliche, rechteckige Form, wobei die lange Seite mindestens dreimal so lang ist wie die kurze. Das kleinste Kaliber der Welt war das 1929 von LeCoultre gebaute Kaliber 101, ein 2''' mit 98 Bestandteilen, einem Gewicht von 0,9 g und einer Grösse von 14·4,85·3,4 mm. Damit wurde die von Königin Elisabeth II. von England bei ihrer Krönung 1953 getragene Uhr ausgestattet, deren Zifferblatt mit einem Streichholzkopf abgedeckt werden konnte.
II. In der Uhrenindustrie, auf dem Markt:
gleichwertiges Kaliber: in Frankreich oder Deutschland gefertigtes Kaliber, das im Rahmen des Ergänzenden Abkommens zum Abkommen betreffend die Erzeugnisse der Uhrenindustrie zwischen der Schweiz und der EWG vom 20. Juli 1972 einem Bestätigungsverfahren unterzogen wurde, welches garantiert, dass seine Einzelteile von gleichwertiger Qualität wie die Einzelteile schweizerischer Fertigung sind, damit eine Uhr mit einem Rohwerk aus einem Staat der EWG das Swiss-Made-Label tragen darf. Die Modalitäten sind in der eidgenössischen Verordnung 232.119 geregelt. Der Verband der Schweizerischen Uhrenindustrie (FH), der mit der Erstellung der Liste dieser Kaliber beauftragt ist, verzichtet seit 2005 auf ihre vorherige Prüfung, behält sich jedoch vor, gegebenenfalls ihre Fertigung in der EU zu überprüfen.
Standard-Kaliber: Bezeichnung, die ab 1962 einer Reihe von einfachen, zuverlässigen und wettbewerbsfähigen mechanischen Werken von Ébauches SA gegeben wurde und die für die Massenproduktion bestimmt waren, wie das Kaliber 6¾·8''' FHF 69N ohne Sekunde, von dem zusammen mit seiner Abwandlung 691N mit Sekunde aus der Mitte zwischen 1955 und 1985 rund 81 Millionen Stück gebaut wurden.
III. Lehre. Als Lehre wird eine grosse Vielfalt an Messinstrumenten bezeichnet. Die wichtigsten sind:
Schieblehre oder Messschieber mit Nonius: Sie weist folgende Teile auf: a beweglicher Innenmessschenkel, b beweglicher Aussenmessschenkel, c Nonius, d Schieber, e Messstab, f Skala in Zoll, g Skala in mm, h Messstange für Tiefenmessung. Heute sind die meisten Schieblehren mit einer analogen Zeiger- oder elektronischen Digitalanzeige ausgestattet. 
Zehntel- oder Zwölftelmass: je nachdem, ob das Messinstrument Zehntelsmillimeter oder Zwölftelslinien angibt. Die Schnabelform ist den durchzuführenden Messungen angepasst. Syn. o. sinnverw.: Federlehre, Triebmass, Zapfenzirkel, Spindelmass. 
Nutenlehre.
Zapfenlehre: Die zu messenden Zapfen werden in den von zwei feststehenden, geteilten Plättchen gebildeten Spitzwinkel eingeführt. Das Prinzip dieses Geräts wird auch beim Messen von Federdicken, Drahtdicken oder (mit grösserer Öffnung) für Uhrglasdurchmesser usw. genutzt. 
Lochlehre.